20.09.2007

Shinjuku, Einstufungstest, Yokohama

Shinjuku. 17.9.07

Heute war ich mit Simon, Makino (Simons Freundin), Kai, Sven und Jan in Shinjuku, der angeblichen Yakuza- und Rotlichthochburg. Na ja, ganz so schlimm war es doch nicht. Mir sind wieder ein, zwei offensichtliche Yakuzas begegnet und ich habe japanische Bordelle gesehen (von außen). Sehen sehr lustig aus, rote Vorhänge am Eingang mit Bildern einer stoppenden Handfläche, auf der eine 18 gemalt ist. Ich konnte leider nicht so lange davorstehen bleiben, um die Kanji zu lesen.

Wir waren bei Mc Donald’s, eigentlich genauso wie in Deutschland, nur etwas billiger, wie ich umgerechnet habe. Aber Cheeseburger ist Cheeseburger, Pommes ist Pommes, überall.

Ich war zum ersten Mal bowlen. Bowling ist lustig, aber ich war sehr untalentiert und mit viel Abstand der Schlechteste.

Danach wollten Sven, Jan und ich noch zum Yoyogi-Park. Leider hatte der aber schon zu. Wir haben dann eine Stunde vorm Park behockt und Sachen ausm Getränkeautomat getrunken. Schließlich kam uns die Idee, nach Starbuck’s zu gehen. Mein zweites erstes Mal an diesem Tag. Leider war ich nicht so geistesgegenwärtig wie meine Mitstreiter, die bei etwa 25 Grad etwas Kaltes tranken, sondern holte mir einen glühendheißen Cappuccino. Ich habe mir die Zunge verbrannt, das tat weh.

Am späten Abend habe ich noch mit Thomas und Maksim über Skype telefoniert, es ging größtenteils um meine Ernährung hier, für die ich immer kritisiert werde.

Es war kein langweiliger Tag, aber leider ohne wirklich große Highlights.


Kawasaki. 18.9.07

Am Morgen gab es Gruppenwanderung der Austauschstudenten zum Bezirksverwaltung. Ich glaube, die Bezirksverwaltung mag ab jetzt keine Ausländer mehr. Ich habe mir den vorläufigen Ausländerausweis geholt und mich für die Nationale Krankenversicherung angemeldet. Ab jetzt kann ich krank werden. Mein persönliches Highlight war, dass der Beamte der Nationalen Krankenversicherung am Ende „Auf Wiidazehen“ gesagt hat.

Danach ging ich noch mit Jeong Lebensmittel einkaufen, das übliche Zeug, was an die westliche Küche erinnern soll. Jeong hat sich panierte Riesengarnellen gekauft, sie meinte, die seien lecker.

Eigentlich wollten wir noch nach einer Kamera und einen Bankkonto gucken, aber weil Jeong noch lernen wollte, gingen wir um vier etwa nach Hause. Dort habe ich dann erst mal geschlafen.

Leider habe ich an diesem Tag auch erfahren müssen, wie alt Jeong wirklich ist. Ich lag natürlich mal wieder mit meiner Vermutung total daneben. Die Gute ist schon 35, also mitten in den Wechseljahren. Wenn sie mit 12 schwanger geworden wäre, könnte ich ihr Sohn sein. Komische Sache.


Keiô. 19.9.07

Mein Acadamic Advisor-Interview. Es sollte mir einen Vorgeschmack auf den Studentenalltag geben, der nächste Woche beginnen wird. Zuerst bekam ich das Ergebnis meines Einstufungstest. Da ich ein ehrlicher Mensch bin, stehe ich hier öffentlich zu meinem Misserfolg. Ich bin im Kurs 2F, das heißt Mitte 2, das heißt ich bin ein erweiterter Anfänger, das heißt ich habe in Deutschland nur 3 Semester Sprachunterricht gehabt. Eigentlich waren es ja 4, aber da ich nur sehr knapp in 2F gekommen bin, also fast nur 2 Semester in Deutschland gehabt hätte, halte ich jetzt lieber die Klappe.

Na ja, ich habe niemals den Anspruch gehabt, gut in Japanisch zu sein. Dafür habe ich aber den Anspruch, noch Freizeit zu haben. Learning by doing, not pauking!

Mir wurde weitergehend 3mal gesagt, dass der Japanisch-Unterricht in Japan ganz anders wäre als der in Deutschland. Ich habe Angst. Ich habe mich auch noch nicht getraut, Fujita-sensei von meinem bescheidenen Ergebnis zu berichten.


Tamachi. 19.9.07

Ich habe ein Bankkonto eröffnet. Eigentlich total langweilig, nur leider war ich so doof, fast mein ganzes Geld auf das Konto einzuzahlen. Da ich erst Ende nächster Woche die Cashkarte und damit die Möglichkeit zur Auszahlung erhalte, muss ich jetzt dringend sparen. Das heißt der Fotoapparat muss leider auch noch warten.

Eine lustige Sache ist, dass ich mein Geburtsdatum immer in japanischer Form, das heißt nicht 1985, sondern Shôwa 60 angeben muss.

Jeong wollte mir mal japanisches Essen zeigen. Wir aßen Kyodon, so soll das Zeug laut Jeong geheißen haben. Es war eine Schale mit Reis, auf der ein Häufchen in Streifen geschnittenes Rindfleisch gelegen hat. Es hat ein bisschen an Dönerfleisch erinnert. Das Gericht war mittelmäßig lecker (passend zum Ergebnis meines Einstufungstests), selbst Jeong hat es nicht geschmeckt.


Yokohama. 19.9.07

Wir gingen in ein riesiges Elektrokaufhaus, vorrangig um uns Handys zu kaufen. Für diese Sache bin ich Jeong wohl zu ewigen Dank verpflichtet. Sie hat für mich alles geregelt und ich habe kein einziges Wort verstanden. Ich soll jetzt angeblich einen supergünstigen Tarif für Studenten haben.

Jeong ihrerseits konnte kein Handy kaufen, weil sie eine Forschungs- und keine Sprachstudenten ist und deshalb keinen Studentenausweis hat. Sie hat lange mit dem Verkäufer diskutiert und war am Ende sichtlich angepisst. Zur Beruhigung hat sich dann eine Kamera und einen Drucker gekauft.

Übrigens heißt sie ab jetzt nicht mehr Jeong, sondern Hae In, „Hen“ gesprochen. Sie dachte, es sei an der Zeit, dass ich sie mit ihren Vornamen ansprechen darf. Als dann herauskam, dass Timo gar nicht mein Nach-, sondern mein Vorname ist, war sie etwas überrascht.

Zuhause habe ich dann die englische Packungsbeilage für mein Handy gesucht, und bin auf eine einzige Seite gestoßen. Ich muss anmerken, dass ein japanisches Handy keinerlei Ähnlichkeit mit einem deutschen hat. Es gibt nur einen Klingelton, keine verschiedenen Hintergrundbilder, nicht mal Spiele, dafür aber 2 Arten SMS-ähnliche Gebilde zu verschicken. Alles sehr kompliziert, ich kapiere nahezu gar nichts.

Die nächsten Tage gibt es keine besonderen Programmpunkte mehr. Ich habe fast kein Geld, Hae In will sich mit ihren japanischen Freundinnen treffen, vielleicht lässt sich was mit Sven und Konsorten organisieren. Sonst könnte ich ja auch mal was Japanisch lernen, wie wär das?

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

http://www.emo.geilescheisse.com/Texte/bravo_lovestory_heul_doch_emo_big.php
hehe bravo ist toll!:D

Anonym hat gesagt…

http://www.emo.geilescheisse.com/Texte/bravo_
lovestory_heul_doch_emo_big.php

äh so!?

jan hat gesagt…

wir waren vorgestern im mengwasser was trinken. ich wollte dich eigentlich anrufen. das ging aber nicht. du bist nämlich nicht da. so kann's gehen, die macht der gewohnheit!